Kirchenmusik

Himmlischer Notenschlüssel

Ein Notenschlüssel

Notenschlüssel zu Gott: Musik und Kirche gehören einfach zusammen.

Bild: iStockPhoto / dem10

Musik kann uns ergreifen und euphorisch stimmen aber auch in Melancholie versetzen und nachdenklich machen.

Musik gräbt sich tief in unsere Seelen und in unsere Erinnerungen. Kein Wunder, dass Kirche die Musik als eine Sprache des Glaubens für sich entdeckt hat. Als gemeinsam im Gottesdienst gesungene Kirchenlieder, klassisch untermalt von der Orgel oder aufgeführt von Chören, als filigranes oder mächtiges Stimmwerk. Als Instrumentalstücke in kleinen Ensembles oder als Orchesterwerke mit Streichern, Trompeten und Posaunen oder als Rock-Oratorium mit Band und Verstärkern.

Gottes Taten, gehüllt in Klänge, Melodien

Kirchenmusik hat viele Gesichter. Als fester Bestandteil im Gottesdienst oder in Konzerten, Oratorien, Choraufführungen, an Lagerfeiern und kirchlichen Veranstaltungen aller Art. Kirchenmusik wirkt auf unterschiedlichste Weise, transportiert Lebensfragen, erzählt biblische Geschichten, klagt über menschliches Schicksal, lobt Gott und hüllt Gottes Taten in Klänge und Melodien.

Zitat

"Sich überschäumende Freude, tiefsten Schmerz von der Seele singen"

Ruth Röhlin, Religionspädagogin, Neuendettelsau

Seit seiner Entstehung ist Kirchenmusik für Menschen ein Weg, im Dialog mit Gott ihre Gefühle auszudrücken, „sich ihre überschäumende Freude oder ihren tiefsten Schmerz von der Seele zu singen“, so die Religionspädagogin und biblisch-therapeutische Seelsorgerin Ruth Röhlin aus Neuendettelsau. Die Wurzeln von Kirchenmusik reichen bis ins vierte Jahrhundert zurück, als führende Kirchenvertreter dem Gesang im Gotteshaus erstmals großen Stellenwert einräumten. Der Ausdruck „Kirchenmusik“ soll um 1.300 erstmals der französische Musiktheoretiker Johannes de Grocheo erwähnt haben, ebenfalls ab dem 14. Jahrhundert gehörte die Orgel zum festen Begleitinstrument im Gottesdienst.

Musik in der Kirche, ob traditionell oder modern, instrumental oder gesungen, spielt eine zentrale Rolle innerhalb der evangelischen Spiritualität, bei Andachten und im Gottesdienst oder in den Konzerten. Getragen von einer Melodie singt eine Bibelstelle umso tiefer ins Herz, speichert das Gedächtnis die heiligen Worte noch selbstverständlicher ab. Kein Wunder, dass uns Musik beim Hören unmittelbar in die Zeit und seine Gefühle hineinversetzen, in denen diese Musik einmal eine wichtige Bedeutung hatte: Das Lagerfeuer auf der Konfirmandenfreizeit, die Trauung das Begräbnis eines geliebten Menschen.

Termine

Rund 70 000 kirchenmusikalische Ehrenamtliche

Kirchenmusik in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird auf vielfältige Weise praktiziert. Derzeit sind 120 hauptamtliche Kantorinnen und Kantoren auf dem Gebiet der Kirchenmusik in Bayern beschäftigt. Zusätzlich gestalten rund 2.400 nebenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker die Gottesdienste und musikalischen Veranstaltungen in den Gemeinden. Insgesamt ungefähr 70 000 Ehrenamtliche engagieren sich in kirchlichen Musikgruppen, in Kinder- und Kirchenchören, in den Posaunenchören, Gospelchören und Bands.

Der Landeskirchenmusikdirektor nimmt im Auftrag des Landeskirchenrates die Fachaufsicht über die Kirchenmusik wahr. Der Verband Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Bayern e.V. vertritt den Berufsstand der Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen und unterstützt die kirchenmusikalische Arbeit in Bayern durch Beratungs- und Fortbildungsangebote.


28.01.2014 / Michael Birgden